Am 2. September 2003 nahm der Beirat der Stiftung Historische Kirchhöfe und Friedhöfe in Berlin-Brandenburg die Einladung der Gemeinde Groß Leine (Landkreis Dahme-Spreewald) zum Anlass für eine Exkursion ins südöstliche Brandenburg. Er besichtigte die Kirch- und Friedhöfe und Kirchen in Groß Leuthen, Groß Leine und Ahrensdorf. Anschließend kam er auf Einladung von Beiratsmitglied Pfarrer Schöne im Pfarrhaus von Ahrensdorf zu einer Beiratssitzung zusammen.

Friedhof Groß Leuthen

Grabdenkmal der Familie von Wülfing
- offene Syenit-Pfeilerarchitektur über etwa rundem Grundriss mit geschlossener Pfeilerstellung auf der Rückseite (Bronze-Inschrifttafel) und bronzenem Gruftplattenzugang, dat. um 1927

Mausoleum der Grafen Hardt
- auf der rückseitigen Wand außen in einer Nische ein Empire-Grabmal mit Reliefschmuckurne für Gutsbesitzer Hardt († 1798) und Gattin
(† 1802)

Trauerkapelle
- mit Altaraufbau mit einer Marmorkopie von Thorvaldsens Christusfigur; Kapelle gestiftet von Familie von Willisen(?)

Kirche und Kirchhof Groß Leine

Kirche
- mittelalterlich, 1908-10 unter dem Patronat der Gutsbesitzerfamilie von Willisen um- und teilweise neu gebaut; einheitl. Ausstattung im Sinne eines "ländlichen Neubarock" durch Architekten Blaue/ Steglitz; Glasfenster der Firma Blaue/ Dahlem, 1910 als Stiftung der Familie von Willisen
- in der Vorhalle der Kirche Sandsteinepitaph für Frau Sara von Zittwitz, geb. Steinkeller, Ehefrau des Hennig von Zittwitz, starb am 3.2.1625 mit 63 Jahren; Grabmal mit künstlerisch wertvoller Relieffigur und Wappenzier

Kirchhof
- Kirchhof zum übergroßen Teil abgeräumt und mit modernen Grabstätten belegt oder Rasen; stark verwilderter Teil versteckt historische Grabmale
- Reste eines gusseisernen Grabengels, 19. Jh
- in dem verwilderten Bereich zahlreiche Grabzeichen aus dem letzten Drittel 19. Jh. und Anfang 20. Jh., insbesondere stilisierte Baumstämme mit aufgesetzten Inschriftentafeln, teilweise Inschriftenplaketten aus Porzellan und Grabzeichen in Buchform (ebenfalls Porzellan); viele der Grabzeichen stark zerstört; Gitterreste;
am Ende des Kirchhof stark verfallene Grabanlage der Familie von Willisen:
a) Katharina Freifrau von Willisen, geb. von Sanden, * 6.7.1850 zu Hagelberg † 9.11.1905 zu Sglietz (heute Glietz)
b) Wigburg Kaiser, geb. Clauson von Kaas, * 18.1.1908 † 10.8.1987 (verwandt mit den Familien v. Kleist und Strousberg)
c) Hans Freiherr von Willisen, Generalleutnant (* 5.8.1837 zu Berlin † 16.8.1905 zu Sglietz)
d) Jürgen Freiherr von Willisen, * 30.4.1890 † 9.9.1907 zu Bremen
e) Maria Clauson von Kaas, geb. Freiin von Willisen, * 7.3.1879 † 1957

Kirche und Kirchhof Ahrensdorf

Kirche 1993 instandgesetzt. Ausführliche Beschreibung hier.
- Taufbecken aus Zink oder Gusseisen, bezeichnet Walberg aus Bremen; Schinkelnachfolge, um 1850/60

Kirchhof
- Porzellangrabstein in Buchform, bemalt, Firma Thir aus Fürstenwalde für Louise Lehmann, geb. Knispel (1825-1899)
- Grabanlage der Familie Freudenberg, Reste der neugotischen gusseisernen Gittereinfassung, 7 Kreuze, gesockelt, teils aus Marmor, teils aus Syenit, eines aus Porzellan (zerstört)
- mehrere abgeräumte historische Grabzeichen , darunter 2 stilisierte Baumstämme aus Gussstein (sollen wieder aufgestellt werden)

(nach den Notizen von Beiratsmitglied Dr. Jörg Kuhn)

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